Schmalzgasse 1, 91749 Wittelshofen
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Chronik des Ferienbauernhof Moarhof

Der Moarhof, auch Meierhof genannt, wurde 1380 das erstemal urkundlich erwähnt (in der Stiftungsurkunde der Pfarrpfründe des Beneficius).

Der damalige Besitzer war Ulrich Mair. Der Hof verblieb nun mehrere Generationen  im Besitz der Mairs.
Im Zeitraum von 1626 bis 1631 wechselte der Name des Hofes schließlich von Mair zu Mohr. Die Namensänderung hat sich aus dem umgangssprachlichen "Mair-Hof" bzw. "Mair-Bauer" ergeben.
Um 1650 bekam der Mair-Hof einen neuen Besitzer, Michel Sebald Senior. Der Hof blieb nun drei Generationen unter Sebald´scher Führung, bis schließlich 1740 Hanß Jörg Heuberger den Hof erwarb.
In den folgenden Jahren wechselte der Hofeigentümer erneut und so ging der Mohr-Hof zu den Holtzmanns über. Am 23.11.1816 wurden durch den Juden Abraham Isaak einige Grundstücke des Moarhofes erworben und an die Grabmühle weiter verkauft. Dadurch wurde der Grundbesitz des Moarhof verkleinert. Der Hof verblieb zwei Generationen unter Holtzmann´schem Namen, bis die Tochter Maria Margarete Holtzmann 1822 den Bauern Johann Leonhard Meyer heiratete.
Obwohl die Besitzer des Hofes bis dahin unterschiedliche Namen trugen, wurden Sie stets "Meier-Bauer" genannt. 
ehemaliges Bauernhaus
Der Moarhof um 1960
In den Jahren um 1822 stand der Moarhof in seiner Blüte. Er war 36 Morgen (1 Morgen = 0,33 Hektar) groß und damals der größte Hof im Ort, was ihm auch schon immer nachgesagt wurde. Auf dem Hof gab es drei Zugpferde. Der Fischgrubenacker grenzte an die Weinwiesen an der Sulzach gelegen nördlicherseits zwischen Wittelshofen und Untermichelbach und bestätigt die dort gewesene Fischgrube. Der Schatzacker grenzte linker Hand an den einstigen gemeindlichen Grübersbach Weiher. Der Rotbühlacker war mit 4,5 Morgen der wohl damals größte Acker. Später wurde dieser Acker in vier Teile aufgeteilt.

blühender Vorgarten
Blühender Vorgarten um 1970
Der Meyerhof ist 1896 in Abgang gekommen. Warum? Mangel an Erbnachfolgern dürfte wohl kaum in Frage kommen, da es vier Kinder gab. Finanzielle Notlage ist ebenfalls nicht anzunehmen, da 1881 ein Scheunenneubau beabsichtigt war. Der Neubau wurde durch den Nachbar Gabsteiger durch einen Prozess gerichtlich verhindert. Vielleicht war das der Grund das Anwesen zu verkaufen? Es ist über den Abgang des Meyerhofes sehr wenig bekannt. Der gesamte Gebäudebesitz wurde 1896 von dem Brauereibesitzer Friedrich Reichert ohne Grundstücke übernommen.

Der Meier- oder Fronhof war der größte unter den Fronbauern in den Dörfern rund um den Hesselberg. Nur der Grundherr der Fronbauern war von Ort zu Ort verschieden. Ob in Wittelshofen der Grundherr die Gumbertusstiftung oder der Fürst von Öttingen oder das Kloster Spitalstift von Dinkelsbühl war ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall bekam der Meierhof das meiste Land zugeordnet. Warum? Der Meierhofbauer war die Aufsichtsperson seines Grund- und Fronherrn, sozusagen der Aufpasser über alle Fronbauern, damit die Felder gut bebaut und die Fronabgaben jährlich an den Grundherrn abgegeben wurden. Wittelshofen hatte zum damaligen Zeitpunkt zehn Fronbauern.

1929 gelangte der Moarhof in den Besitz der Familie Baum. Friedrich Baum kaufte den verwaisten und unbewohnten "Meyerhof" oder "Moarhof" von dem Brauereibesitzer Friedrich Reichert (jedoch ohne Grundstücke). Das Nebengebäude rechts entlang der Schmalzgasse erwarb die damalige Spar- und Darlehenskasse (heutige Raiffeisenkasse) für ein Futtermittellager. Nach dem Bau des Lagerhauses 1939 ist das Nebengebäude an Baum abgegeben worden. Friedrich Baum hat das alte Wohnhaus abgebrochen und ein neues darauf gebaut.
Aus der Ehe von Friedrich und Babette Baum gingen drei Kinder hervor: Babette, Friedrich und Emma.
Der Sohn Friedrich erbte den Hof und heiratete 1939 Emma Beißer. Zusammen hatten Sie die Kinder Friedrich und Karl. Karl Baum erbte den Hof und ist der Bauer Baum, wie man ihn heute kennt.
Hochzeitsfoto Friedrich Baum
Hochzeitsfoto Friedrich und Emma Baum 1939

ehemaliges Bauernhaus mit Mauereinfriedung
Wohnhaus der Familie Baum mit Stall und Scheune, im Vordergrund die Hofmauer, 1970

Der Moarhof wird mit seiner U-Form, der Mauereinfriedung und dem Hausbaum, der Linde, als Bilderbuchbauernhof bezeichnet.
1982 errichtete Karl Baum im Garten seiner Eltern zusammen mit seiner Frau Heidemarie sein heutiges Wohnhaus. Das ehemalige Wohnhaus der Eltern wurde nach deren Tod 1995/1996 zu einem Ferienhaus mit drei Ferienwohnungen umgebaut. 
1997 wurde die Hofmauer an der Linde weiter nach außen versetzt. 
Versetzung Hofmauer
Versetzung der Hofmauer 1997

Die Scheune der Baums ist wohl die älteste im Ort und hat sowohl die Zeit als auch den großen Krieg (1618 - 1648) überdauert. Nun muss Sie allerdings einem unumgänglichen Neubau weichen. In den Nordgiebel wurden im Zuge der Umbauarbeiten fünf Fenster eingebrochen. Am 05.05.2009 wurde der neue Dachstuhl aufgerichtet. Der neue Stall ist 2010 fertig gestellt worden.


alteScheune

Anschließend erfolgte der Umzug in den neuen Stall. Das war für alle ziemlich aufregend.
Umzug_in_den_neuen_Stall


Herzlichen Dank an Heinrich Zoller, der seine Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt hat.